Start in ROM-Fiumicino

Am Abend des 06.Mai kam die Crew gemeinsam in Rom-Fiumicino an. Es wurde ein Mietwagen gechartert. Achtung, man lasse sich Versicherungen nicht zweimal verkaufen!

Die Fahrt zum Liegeplatz dauerte nur wenige Minuten. Das Schiff war schnell gefunden. Wie das Foto zeigt, lagen wir im Päckchen an zweiter Position.

Tag 2

Den Tag 2 verbrachten wir mit Großeinkauf, Mietwagen-Rückgabe und Durchchecken der Contessa.

Die Erweckung der Contessa aus dem Winterschlaf war unproblematisch. Maschine, Besegelung Batterien ok. Eine Katze hatte das Deck eingesaut… 

Der Start nach Anzio wurde vertagt, um das Ablegen aus dem Päckchen und das geplante Tagesziel hinzubekommen.

Tag 3 Etappe Fiumicino - Nettuno (33,3 sm):

Das Ablegen aus dem Päckchen war sehr einfach. Die Hafencrew ist auf Bestellung wider Erwarten früh pünktlich zur Stelle. Sie zieht die vorderen Schiffe professionell zur Seite und wir kommen schnell aus eigener Kraft frei. Die Fahrt geht durch den Kanal bis zur Küste/Mündung. Der Kurs führt uns in ca. 3-5 sm Abstand an der Küste entlang. Der Wind ist anfangs schwach, wir müssen bis mittags motoren. Dann können wir endlich die Segel setzen. Nach Begutachtung des Hafens Anzio von See aus (von Fischern und Berufsschifffahrt belegt) entscheiden wir uns für den dahinter folgenden Hafen Nettuno.

Der Hafen Nettuno ist gerade im Umbau und die Zufahrt war sehr eng, behindert durch eine Baustelle. Außerdem ist der Empfang durch das Hafenpersonal genauso un freundlich, wie der Revierführer das beschreibt.: freie Plätze sind sichtbar, aber nicht zu vergeben… Also ging's erstmal wieder vor die "Tür".  Aber damit geben wir uns noch lange nicht zufrieden !
Ein Anruf beim Hafenamt und auf deren Hinweis bei einer Hafenagentur führt zum Erfolg: Wir kriegen telefonisch einen Liegeplatz verkauft und fahren wieder rein ! Der Hafenkuli ist stinksauer, muß uns aber nun anlegen lassen. Ausstattung: Moorings, Tankstelle, Toiletten, Strom, Wasser, alles bestens. Preis: 50,-€ pro Nacht all inclusive.

In Nettuno ist gerade eine Feierwoche zu Ehren der Schutzheiligen der Stadt. Alles ist festlich geschmückt und es gibt feierliche Chorgesänge openair.
Abends finden wir einen sehr schönen Platz in der Altstadt für Wein und italienische Leckereien.

Blick auf Anzio

Tag 4: Etappe Nettuno – Ponza (38,4 sm)

Die Fahrt geht durch ein Übungsgebiet der Marine. Das ist nirgendwo angezeigt, aber ein Patroullienboot macht uns darauf aufmerksam. Wir müssen das Gebiet weiträumig umfahren.

Auf Ponza soll es eine schöne Ankerbucht geben. Die steuern wir auch an. Wie versprochen: steile hohe Felsen ringsum, windstill, sehr guter Ankergrund (Sand). Es sind nur zwei weitere Boote da: Ein Amerikaner und ein Italiener. Es gibt einen idyllischen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag testen wir das neue Dingi. Wir fahren an Land, gehen durch den Tunnel in die Stadt zum Einkaufen. Es soll zum Abendessen Fisch geben, also suchen wir nach einem Fischladen, der Thunfisch hat. Wir werden fündig und lassen uns einen filettieren.

Tag 5: Etappe Ponza – Ventotene (26,4 sm)

Nach ausgiebigem Frühstück, Anbaden im glasklaren Wasser (nur Uwe traut sich) und dem Einkaufsbummel starten wir mittags Richtung Ventotene. Der Wind ist etwas zu schwach, es wird viel motort. Wir erreichen Ventotene gegen 18:00.

Wir legen an einer neuen Steganlage an. Das ist erstmal sehr komfortabel, aber nach Bekanntgabe des Preises (40€) und der Info, dass es dafür nur Strom und Mooring gibt sind wir sauer. Die Tankstelle im Hafen ist sehr schwierig anzulegen (steile Felswand, zum Rückwärts Anlegen). Wegen starken Windes lassen wir das. 

Die Insel entschädigt uns dann aber mit sehr schönem Ambiente: ein alter römischer Hafen, ruhiges Städtchen zum Bummeln und am Abend eine gemütliche Bar – openair. Allerdings wurde der erste Versuch, ein stilvolles Abendessen mit Sinatra-Musik und Blick auf den Hafen zu genießen, brutal unterbrochen. Es fallen gefühlte 100 tanzwütige Kids in die Bar ein, der DJ wechselt auf Discosound und das war’s dann für unsere Stimmung…

Tag 6: Etappe Ventotene – Procida (29,5 sm)

Wir starten mittags mit Windstärke 4 und Seegang 4. Das 1. Reff wird reingemacht. Im Lauf der nächsten 2 Stunden schwächt de Wind stark ab, das Reff  kommt raus, um 13:45 werden die Segel ganz geborgen und der Motor kriegt zu tun. Es ist eine unangenehme Fahrt wegen seitlicher/achterlicher Welle. Marcus’ Magen ist damit überfordert, er hat einen sehr schlechten Tag… Wir passieren Ischia, sehr schöne Insel, aber kostentechnisch nicht für uns interessant. Es gibt sehr dichten Fährverkehr vom Festland / Neapel nach Ischia, wir müssen immer wieder eine passieren lassen/ausweichen.

Wir wollen an der Südseite von Procida, in Chiaiolella anlegen. Der Hafen hat Platz, aber es wird zuerst ein böser Preis angesagt: 90€ für die Nacht… Dafür gibt es Mooring, Strom, Wasser, Toiletten, Duschkabine. Unter vier Augen mit der netten Receptionsfrau handelt Uwe einen Preis-Nachlaß aus. 60€ ohne Rechnung ist immer noch schlimm, aber wir haben keine Alternative mehr an diesem Tag. Es ist ein sehr kleiner Ort, wir konnten uns an diesem Tag nicht mehr weiter umsehen.

Das Tanken ist beschwerlich. Die Tankstelle hat nur 1m Wassertiefe, Wir schleppen 40l Diesel einmal ums Hafenbecken zum Boot. Frühsport…

Tag 7: Etappe Procida – Capri (25,5 sm)

Mittags starten wir mit Kurs auf Capri. Es geht am Golf von Neapel vorbei, mit Blick auf den Vesuv. Wir passieren ein Feld Regattasegler, die von Capri nach Ischia fahren.

Wir ankern dann direkt vor dem Hafen von Capri. Das spart wahrscheinlich um die 100€.  Die Zeit reicht nur für eine Kurzbesichtigung und eine Fahrt mit der Zahnradbahn zur Oberstadt.

Tag 8: Etappe Capri – Cefalu (186,9 sm)

Für die große Überfahrt von Capri nach Sizilien stehen Olaf und Sebo gegen 05:00 auf , hieven den Anker und starten. Nach passieren des Capa Tiberio wird Kurs 160° gelegt. Wir wollen möglichst dicht den Stromboli passieren. Wenigstens einen Blick auf glühende Lava… Der Wind steht allerdings nicht optimal (SO), wir können nicht genug Höhe machen. Es wird immer klarer, dass wir in ziemlich großer Entfernung passieren werden. Es wird jetzt ein fester Wachrhythmus eingeteilt. Aller zwei Stunden Wechsel. Olaf ist wachfrei, aber meist auf Deck. Die Windstärke ist tagsüber 3-4, so dass wir unter Segel gut vorankommen. Es pendeln sich  um 5 Knoten ein.

Abends um 19:30 präparieren wir uns mit dem 2. Reff, da der Wind beständig 4 bläst und wir auf Nachtwache keinen Streß riskieren wollen. Zum Reffen üben wir gleich mal einen Beilieger, funktioniert perfekt ! Das Boot läuft mit dem 2. Reff zeitweise 6 Knoten. Jetzt macht Segeln richtig Spaß. Das Schiff liegt super am Ruder.

Morgens um 07:00  sind wir dicht vor den Liparischen Inseln. Es steht ein strammer Wind und entsprechende Welle aus SO. Damit sind die angepeilten Häfen auf Lipari eher gefährlich als sicher. Wir entscheiden uns deshalb für das Weiterfahren mit Kurs auf Cefalu. Dort treffen wir nach ruhiger Fahrt bei abflauendem Wind  Wir kommen in Cefalu um 16:00 an. In der neuen Marina gibt es genug freie Liegeplätze. Preis 25€ / Nacht. Dafür gibt’s aber leider keine Toiletten/Waschräume. Dicht am Hafen entdecken wir ein sehr gutes Restaurant. Wir werden die nächsten drei Abende dort „Stammgäste“  Die Stadt Cefalu ist eine echte Entdeckung. Echtes italienisches Flair ! In der Altstadt gibt es Haus an Haus interessante Lädchen. Wir erklimmen auch die Reste der Festung auf dem Berg. Von dort hat man einen phantastischen Ausblick!

Tag 9, 10, 11: Hafentag Cefalu, Abreise über Palermo,

Nach Absprache mit der Ablöse-Crew entscheiden wir, die Übergabe in Cefalu zu machen. Also genießen wir noch einen Tag in dem schönen Städtchen. Am 16.Mai fährt uns Reiner zum Flughafen nach Palermo. Damit ist unser Sizilien-Törn schon vorbei.

 
Sie sind hier: Törnberichte | Rom - Palermo