1. Tag
Nach der Ankunft am 07.08.2010 auf Sizilien haben wir zunächst die schönsten Ecken von Palermo ausgekundschaftet. Dabei sind wir auch bei Silvio eingekehrt. Dank Edeltraud´s tollen Blaskünsten an einem im Lokal liegendem Instrument sind wir von Silvio toll bewirtet worden sind. Es gab wohl kaum Getränke und Nachspeisen, die wir nicht probiert haben.
Am 08.08 ging es dann endlich auf die Contessa.
Um 14 Uhr kamen die letzten Crewmitglieder Chris + Masen an Bord und nichts hielt uns mehr im Hafen.
Wir segelten ca. 15 Sm ostwärts bis zur Bucht San Nicola L`Arena, wo wir uns ausgiebig dem Wassersport gewidmet haben. Abends machten wir dann die große Sause an Land.
Leben Pur.
2.Tag
Am 2.Tag dann nach einem tollen Frühstück hieß es Anker auf.
Wir segelten bei leichtem Wind ca. 27 sm weiter ostwärts nach dem schönen Ort Cefalu. Dort sind wir in den Hafen gefahren und waren enttäuscht, dass wir trotz € 70.- Liegegebühren noch nicht einmal eine Dusche dort hatten. Egal….es waren eine tolle Bucht und Hafen. Auch der Ort mit seiner schönen Altstadt hat uns in seinen Bann gezogen. Abends haben wir in einem Restaurant direkt oberhalb der Klippen ein wunderbares Essen genossen.
3. Tag in Cefalu und Nachtfahrt nach Lipari
Der Skipper ist schon früh aufgestanden und wollte alle anderen mit frischen Brötchen begeistern, was ihm auch gelungen ist. Er liebt es durch die Gassen zu schlendern, wenn noch alles recht still ist. Nach einer Tasse Cappuccino und eben dem Brötcheneinkauf wieder auf die Contessa, wo die anderen schon mit dem fast gedeckten Tisch warteten.
Nach einem leckeren Freiluftfrühstück ging es erstmal mit der gesamten Crew zum Großeinkauf nach Cefalu. Proviant für 2 Wochen musste her, sodass wir vollbeladen mit einem kleinen Taxi, einer coolen Taxifahrerin und 5 Personen (2 vorne auf dem Beifahrersitz) zum Hafen zurück fuhren. Anschließend haben wir zum ausgiebigen Baden in der Bucht geankert. Das Wasser ist an dieser Stelle sehr kalt (erfrischend), da ein Gebirgsbach in die Bucht fliesst. Am Nachmittag dann einige Runden vor der Bucht gedreht und MOB-Manöver unter Segel und Motor gefahren. Nach leckerem Essen dann um 21:30 Uhr auf zur Nachtfahrt nach den Liparischen Inseln.
1. Ziel war die Insel Vulcano. Ein schöner Sternenhimmel war unser Begleiter. Leider sind wir mit viel Motor gefahren, da der Wind uns in der Nacht eingeschlafen war, wie so manch ein anderer von der Crew auch.
Am 4. Tag (Nacht) war das Ziel die Isola di Vulcano + Stromboli.
Nach 51 zurückgelegten Sm in der Nacht hieß es morgens um 06:30 Uhr bei einem herrlichen Sonnenaufgang in der Bucht Porto di Ponente (auf Insel Vulcano) Anker ab. Jetzt wollten wir schlafen. Durch erheblichen Schwell war das aber nicht so toll. Also Anker hoch und auf zur Porto di Levante. Da war dann um 09:00 Uhr absolut Schluss mit Schlafen. Durch einen Dampfer nach dem anderen hat sich die Contessa samt Crew fast überschlagen. Wir hatten beim Frühstück zu wenig Hände, um alle Tassen festzuhalten. Also sind wir nach dem Frühstück wieder in die Porto di Ponente gefahren.
Der ungeduldige Skipper wollte unbedingt sofort ins kühle Nass. Das blieb nicht ohne Folgen, denn leider waren dort sehr viele Feuerquallen heimisch und warteten quasi auf gutes deutsches Fleisch…. der Skipper hatte folglich ein aufsehenerregendes, feuriges Date mit einer Medusa…das war weniger lustig und brachte die ganze Crew in Aufregung.... Aber ansonsten ist Vulcano eine tolle stinkende Insel.
Am Nachmittag um 15:30 Uhr hieß es Anker auf und wir sind kreuzend gemütlich Richtung Insel Stromboli gesegelt, wo wir nach ca. 43 Sm um Mitternacht angekommen sind. Der Feuerkelch und spuckende Stromboli hat uns einen tollen Empfang bereitet.
5. Tag (Isola Stromboli und Salina)
Die Nacht war etwas unruhig, da absolut kein Schutz vorhanden war. Wir ankerten vor San Bartolomeo. Der Ort ist wunderschön und lädt zum Verweilen ein, was wir auch gemacht haben. Doch am Nachmittag hielt uns nichts mehr hier. Wir wollten wieder hinaus auf die See. Dort wo die Lavabrocken ins Meer stürzen, waren wir noch mal in dem herrlich schimmernden Meer und vor allem in der medusafreien Zone baden. Schließlich war unser nächstes Ziel nach 25 Sm die Isola Salina, die für guten Weinanbau bekannt ist. Wir wollten mal wieder auf festem Boden duschen. Doch war uns die Liegegebühr von € 180.- dann doch zu hoch, so dass wir in nur 30 m Entfernung vor Anker gingen. Wofür haben wir denn ein Dingi… Geduscht haben wir trotzdem. Eine tolle Insel mit tollen Cafes und Kneipen , die sogar endlich ausreichend große Nutellagläser hatten.
6 Tag (Isola Salina / Isola Felicudi)
Es war eine sehr ruhige Nacht auf der Insel Salina. Alle haben sehr gut geschlafen. Chris hat schon früh die Brötchen geholt. Nach dem wie immer tollen Frühstück dann noch mal in die Stadt. Schließlich gehört der obligatorische Cappuccino einfach dazu (jedenfalls für den Skipper). Nach einigen Einkäufen hieß es dann am Nachmittag wieder Anker auf.
Ziel war die 38 Sm entfernte Isola Felicudi. Bei sehr schönem Wind sind wir sehr entspannt dort am Abend angekommen. Allerdings kam auf dieser Fahrt Aufregung ins Spiel, weil Chris die Angel ausgeworfen hat und tatsächlich ein Thunfisch angebissen hat. Wir haben erst später gewusst, dass es sich um einen Thunfisch handelte, sonst hätten wir den jungen Fischl wieder zu Wasser gelassen. Aber geschmeckt hat er trotzdem extrem gut. Schließlich haben wir ja auch den 5- Sterne- Koch Jan-Christoph (Azubi im Hyatt) dabei gehabt, der den Fisch vorzüglich zubereitet hat. Hhmm….
7.+8.Tag (Isola Felicudi + Ustica)
Mittags segeln wir um die Insel Felicudi zur wunderschönen blauen Grotte auf der Westseite. Nach ausgiebigem Wassersport gings dann weiter zur Insel Alicudi. Es handelt sich um die einsamste Insel Europas .
Vor Anker gelegen wollte Jan-Christoph mal von der Mastspitze aus nach Ureinwohnern und wilden Tieren Ausschau halten.
Es war einfach super gemütlich an Bord und auf Alicudi. Stress….was ist das denn??? Dennoch…egal wo wir auch immer waren, Chris hat auf sich/uns mit der Vuvuzela aufmerksam gemacht. Nach dem Ankermanöver auf ca. 40 m Wassertiefe, was dem Skipper nicht ganz geheuer war, ging es dann mit einem Teil der Crew am frühen Abend an Land, um zu schauen, was die dortige Einkaufsmeile so zu bieten hat. Statt der vermeintlichen Einkaufsmeile fanden wir ein gemütliches Lokal, wo wir dann doch noch sehr gemütlich ein bis zwei Bierchen genossen haben. Dann wieder mit dem Dingi zurück zur Contessa, die nun nicht mehr dort gelegen hat, wo sie eigentlich hätte sein sollen. Dank der besonnenen zurückgebliebenen Crew war das aber kein Problem.
Da der Wind auffrischte, hat der Skipper eine weitere Nachfahrt zur Isola Ustica verordnet. Nachdem alles klar gemacht wurde, ging es bei gutem Wind und Sternenhimmel los. Leider ließ der Wind dann nach und schlief dann mit der halben Crew ganz ein. Nachdem sich der Wind dann von jetzt auf gleich um 180° drehte, war es dem Skipper klar, dass es noch eine unruhige Fahrt geben würde. Was dann auch sehr schnell Wahrheit wurde und der Skipper die schlafende Crew radikal und lauthals an Deck antreten ließ. Mit 8 bft. und gerefften Segeln und natürlich Schwimmwesten ging es dann Richtung Ustica.
In der Morgendämmerung tauchte dann nach insgesamt 78 Sm die Isola Ustica am Horizont auf. Wir haben dann zunächst einen Ankerplatz zum Schlafen gesucht und mit der Punta Cavazzi auch gefunden. Dort durften wir auch nur an einer Boje festmachen. Dort haben wir den Tag verbracht und sind dann alle recht früh eingeschlafen.
9 Tag (San Vito Lo Capo / Sizilien)
Am Morgen nach dem Frühstück haben wir den Hafen von Ustica angelaufen , um Wasser zu nehmen und etwas einzukaufen. Leider haben wir feststellen müssen, dass wir wohl nicht sehr erwünscht sind. Nirgends durften wir anlegen und da, wo wir gedurft hätten, wäre es nicht gegangen. Irgendwann war dem Skipper das egal, und er hat sich einfach Platz gemacht. Auf einmal klappte das mit den Hafenleuten. So haben wir Wasser nehmen können und auch einige Einkäufe erledigen können. Die Biervorräte gingen nämlich auch zu Ende. Das ist Meuterei. Und der Cappuccino für den Skipper war auch noch drin.
Dann am Nachmittag hieß es „Leinen los“ in Richtung Sizilien. San Vito Lo Capo war nach 30 Sm unser Ziel. Ein toller Ort mit sehr viel Leben. Leider auch wieder ein Hafen für € 90.- Liegegebühr ohne Duschen. Dafür mussten wir sogar in den Ort gehen und zahlten dafür auch nochmal € 2.- ..Trotzdem war der Abend schön, eine warme Nachtluft ging durch die schönen belebten Gassen. Alles ,was Beine hatte, war unterwegs.
Nach dem Frühstück haben wir es uns für die Einkäufe leicht gemacht. Wir haben uns ein typisches Touristengefährt gemietet und hatten mächtig viel Spass, denn lenken konnte nur einer: und zwar der Skipper. So macht Einkaufen Spass.
Wir sind dann noch zum Dottore, der mal den Nacken/Kopf/ Hals von Edeltraud geraderücken sollte. Aber es gab nur eine Spritze und viele freundliche Worte und alles war in Ordnung. Bezahlen…??? Warum das denn. Wäre ja für den Dottore Papierkram. Also war es ein Freundschaftsdienst. So sind die Südländer halt……
Wir haben dann ankernd vor dem schönen Sandstrand Wassersport betrieben. Edeltraud meinte, sehr weit , nämlich mal eben an den Strand zu schwimmen. Der Skipper wollte ihr mal einen Denkzettel verpassen: Leiter hoch.
Da hatte Edel aber doch wirklich Schiss bekommen: „Die fahren ohne mich und wissen nicht, dass ich hier am Strand bin und noch zurück schwimmen muss.“ Es ging nochmal gut, die einzige Frau der Crew wurde auch wieder an Bord genommen.
Gegen Abend dann Anker auf zu den Ägadischen Inseln, wo wir dann vor einer Ferienanlage in der Bucht Cala Grande geankert haben. Wieder ein toller Tag…
10.-13. Tag auf den Ägadischen Inseln (Favignana, Levanzo)
Nachdem wir eine schöne und ruhige Nacht in der Bucht Cala Grande auf Favignana hatten und eine Stippvisite in der dortigen Ferienanlage gemacht hatten, wo wir uns mit Italienern angefreundet hatten, sind wir nach dem Wassersport wieder in See gestochen. Ein wunderbarer Segeltag mit ca. 18 Sm und viel Wind entlang der Küste der Isola Favignana ging vorbei.
Gegen 17 Uhr laufen wir im Hafen Favignana ein und haben vor Reede geankert. Duschen an Land war mal wieder Fehlanzeige. Egal…dann eben auf der Badeplattform. Die Zuschauer sind mittlerweile auch egal, nur Eintrittsgelder zahlen sie leider nicht. Später dann mit dem Dingi an Land gefahren und den wunderbaren, von Leben pulsierenden Ort bewundert. Zunächst waren wir einkaufen. Dann wieder in den Ort zum Abendessen, was sich trotz unzähliger Restaurants als schwierig erwiesen hat. Aber wir gaben nicht auf und hatten am späten Abend alle die Bäuche voll.
Sehr gut geschlafen und gefrühstückt. Der Skipper hat dann im Ort mal wieder sein Gesicht von Haaren befreien wollen. So langsam war das zugewachsen. Er kam zurück und so manch einer der Crew hatte zuerst an einen fremden Besucher gedacht. Dann wieder auf See. Super Wind hatte uns alle frohlocken lassen. Badestopp in traumhafter türkisfarbenen Bucht und weiter gesegelt.
Nach 16 Sm vor der Küste dann gegen Abend auf der Insel Levanzo gelandet, wo wir vor dem Ort auf 10 m Wassertiefe geankert haben. Nach dem traumhaften Abendessen sind wir dann an Land und haben den schönen kleinen Ort bewundert und das ein oder andere Bierchen genossen. Um Mitternacht wurde es auf See lebendig. Sehr viel Küstenwache kreuzte vor der Küste. Scheinbar haben die jemanden gesucht, der über Bord gegangen war.
Am Morgen des 13. Tages dann nach dem Frühstück wieder gut segelnd nach Favignana zur Punta Cala Rossa, wo wir ausgiebig in türkisfarbenen Wasser gebadet und geschnorchelt haben. Anschließend haben wir noch auf der Reise nach Marsala einen Zwischenstopp an Höhlen von Bue Marino geankert. Hier hat uns die Abenteuerlust gepackt. Bewaffnet mit lauter Lampen (Grubenlampen) haben wir die sehr tiefen Höhlen ausgekundschaftet.
In Marsala hat uns nichts gehalten, so haben wir dort nur einige Einkäufe erledigt und sind zur Isola Favignana zurück gesegelt. Um 21:40 Uhr hieß es dann in der Cala Rotonda die im Dunkel nur schwer auszumachen war, Anker runter. Da das Essen vorbereitet war, gab es bald wieder ein köstliches Essen. Bei tollen Mondschein und total ruhigem Wasser haben wir eine sehr schöne Nacht verbracht.
13. Tag in Trapani
Da auch jede Reise leider mal zu Ende geht, ist das nun auch bei uns der Fall.
Nach dem Frühstück auf Favignana haben wir noch einen gemütlichen Badetag und Segeltag verbracht und sind dann am Nachmittag mit Kurs auf das Ziel „Trapani“ in See gestochen.
Dort haben wir nach der Diesel- und Wassernahme an der Stadtmole fest gemacht. Trotz vorgerückter Stunde haben wir das Boot unter großer Hitze auf Vordermann gebracht. Dabei ist viel Schweiß geflossen. Am Abend war dann noch mal Bummeln und Essen in Trapani-City angedacht und dann ging es ins Bett. Schließlich war die Nacht um 4:00 Uhr zu Ende.
Wenn wir auch kaum das Wetter hier im Bericht angesprochen haben liegt es daran, dass wir nur Traumwetter hatten.
Es war für alle ein sehr schöner Törn. Wir erfreuen uns bei dem Gedanken an die schönen Stunden auf der Contessa zu jeder Zeit. Die Erinnerungen haben wir nicht nur im Herzen , sondern auch auf 1.200 Fotos festgehalten, aber so viele Fotos wollten wir Euch nun doch nicht antun.
Wir hoffen, Euch nicht zu sehr gelangweilt zu haben mit unserem Törnbericht, und freuen uns auf eine nächste schöne Reise auf der Contessa.
Eure
Aussenstelle
Lindlar









































